Walsers Räuber ist ein Au enseiter, dem es nicht glückt, "sich der bürgerlichen Ordnung brav anzuschmiegen". Er ist ein Zeitgenosse, dem das Entscheidende fehlt, "was fürs Leben und seine Gemütlichkeit wichtig ist". Er ist der "Nichtsnutz", der sich in die Rolle eines "Räubers" gedrängt fühlt, da er kein Geld besitzt noch sich zu arrangieren und auf allgemein respektierte Weise welches zu verdienen versteht. Obwohl er nie eine kriminelle Handlung begeht, provoziert er die Majorität der Angepa ten, die sich schon durch sein blo es Dasein irritiert und verunsichert fühlt.
Robert Walser (1878-1956) wurde nach einer Banklehre Verlagsangestellter und später Archivar. Die letzten siebenundzwanzig Jahre seines Lebens verbrachte er in Nervenheilanstalten. Erst nach seinem Tod wurde sein Rang als Romancier und Meister der kleinen und kleinsten Prosakunst ("Aus dem Bleistiftgebiet") erkannt.