Stefan Zweigs "Wanderlust" wurzelte tief in dem Wunsch, möglichst anderes, ihm noch Unbekanntes zu entdecken. Die vielfältigen Eindrücke von seinen Reisen durch Europa, nach Indien und Amerika fanden ihren Niederschlag in Feuilletons und Berichten; sie zeigen Zweigs sich immer stärker entwickelndes Empfinden der eigenen Zeit und das daraus wachsende Bedürfnis des Rückblicks.
Stefan Zweig (1881-1942) wuchs als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Wien auf. Er schrieb Gedichte, Novellen, Dramen und Essays, die 1933 der Bücherverbrennung der Nazis zum Opfer fielen. Seit 1938 auf der Flucht, lebte der engagierte Pazifist und Humanist zuletzt in Brasilien, wo er zusammen mit seiner Ehefrau Selbstmord beging.